Ratgeber für Hundeerziehung

Während meiner schon länger zurückliegenden Tätigkeit als "Kummerkastentante" in der Hundezeitschrift "Doggy's" erhielt ich tiefe Einblicke in das oftmals konfliktreiche Zusammenleben von Mensch und Hund. Ein paar ausgewählte Ratschläge möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, leisten sie doch einen wichtigen Beitrag zum artenübergreifenden Verstehen:

Frau Weichlinger aus Bottrup fragt:
Ich habe einen Golden Retriever, Johnny; er ist jetzt ein halbes Jahr alt und setzt sich zum Pinkeln hin wie eine Hündin. Was stimmt nicht mit ihm? Er müßte doch als Rüde das Bein heben!


Doggy's antwortet:
Der Beinhebereflex ist Rüden angeboren, aber die Muskelkoordination müssen junge Rüden dennoch lernen. Ihr Johnny ist eigentlich schon alt genug dafür, aber Sie können ihn unterstützen: Stellen Sie sich am besten an eine Hauswand oder an einen Baum, heben ein Bein und nehmen die gewünschte Pinkelstellung ein. Und zwar immer dann, wenn er sich zum Pinkeln hinsetzt. Wenn Ihr Johnny das ein paar Mal gesehen hat, weiß er, was er zu tun hat. Der Lernerfolg läßt sich übrigens steigern, wenn Sie während des Beinhebens noch ein zischendes Geräusch dazu machen - als würde Wasser plätschern. Achten Sie in der Lernphase darauf, daß Sie auf allen Vieren stehen. Sonst macht Johnny Männchen beim Wasserlassen und steht nur noch auf einem Bein!

 

Herr Bloder aus Erding fragt:
Mein Sancho, ein Deutscher Drahthaar von einem halben Jahr hat überhaupt keine Lust zum Spielen. Ich werfe ihm ständig Stöckchen und feuere ihn an, aber das interessiert ihn überhaupt nicht! Was kann ich da machen?


Doggy's antwortet:
Hunde sind geruchsorientiert. Ihr Sancho ist kein dummer Hund: Warum soll er einem Stück Holz hinterher rennen, das ihn gerüchlich total langweilt? Reiben Sie das Stöckchen vor dem Werfen an einem rohen Schnitzel. Ihr Sancho wird dem Stöckchen normalerweise begeistert hinterherjagen. Wenn das nicht funktioniert, werfen Sie ihm einen Yorkshire-Terrier oder eine Katze.

 

"Kralle" aus Rostock fragt:
Habe Rehpinscher, heißt Rambo. Macht jeden Mastiff platt, ej! Ohne Stachelhalsband geht gar nix bei dem! Neulich hat er ne Deutsche Dogge eingematscht, boj ej. Hammerhund! Mit dem Typ kann mir keiner was in der Nacht, der ist besser wie jeder Dobermann. Aber bei der neu eingezogenen Pudel-Tussi im Nebenhaus schmeißt sich der Blödhund auf n Buckel! Der hat se doch nich mehr alle!


Doggy's antwortet:
Von Ihrem Rambo können Sie vermutlich etwas lernen: Wenn Sie eine Hündin als "Tussi" bezeichnen, könnte das ein Hinweis darauf sein, wie Sie nicht nur zu vierbeinigen Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts stehen. Natürlich müssen Sie sich nicht vor einer Angebeteten auf den Rücken werfen, aber im Prinzip macht Ihnen Rambo vor, wie man sich beim anderen Geschlecht beliebt macht. Ihr Rambo hat "sie" also sehr wohl noch alle.