Wo versteckt sich der Autorennachwuchs?
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Bei Mundart-Vereinen offenbar nicht, denn dort sehe ich immer die gleichen, altbekannten Gesichter. Und alle lamentieren sie über den fehlenden Nachwuchs, aber gleichzeitig wird wenig getan, um neues Blut in die Mundart-Szene zu bringen. Vielleicht spielen hier Eifersüchteleien und die Sicherung eigener Pfründe eine Rolle.
Wie dem auch sei: Mundart-Dichtung hat in seiner niveauvollen Form nichts mit "Lederhosen-Poesie" zu tun (Zöpfl und Freisleder seien hier stellvertretend genannt). Und schon gar nicht ist sie Ausdruck muffiger, bayerischer Volkstümelei, also nur was für die ältere Generation. Wenngleich diese bei den Lesungen in den Vereinen eine erdrückende Übermacht darstellt - aber das läßt sich ändern.
Es wird Zeit, die Mundart aktiv am Leben zu erhalten als das, was sie ist: die Sprache einer bestimmten Region und damit ein Stück individueller Kultur. In Zeiten der Gleichmacherei und der Angepaßtheit ein wichtiger Beitrag zum Ja zur Individualität. Dazu braucht es Auoren, die sich mit aktuellen Themen hintersinnig, frech, ironisch, provokant, verquer und pointiert auseinandersetzen.
Durchstöbern Sie also mal wieder die Schubladen, in denen Sie Ihre Schreibereien schon so lange aufbewahren und senden Sie sie mir. Oder fangen Sie überhaupt mal zu schreiben an, wenn Sie glauben, etwas zu sagen zu haben! Ich werde Ihre Werke aufmerksam und kritisch lesen und Ihnen meine ehrliche Rückmeldung geben - auch wenn diese enttäuschend für Sie sein mag. Gerne stehe ich Ihnen auch mit handwerklichen Tipps zur Verfügung.
Sollte sich auf diese Weise ein literarisches Juwel finden, so werden dessen Texte auf dieser Webseite veröffentlicht. Außerdem finden sich vielleicht auf diese Weise einige Mitstreiter, um den bestehenden, betonierten Mundartvereinigungen etwas entgegenzusetzen.