Die Zick

Jahrgang 1959;
richtig echt gebürtige Münchnerin (bis in die Großeltern-Generation zurück)

Gerne wäre ich länger geblieben, aber zwei zupackende Hände entrissen mich nach neun Monaten meinem Fünf-Sterne-Domizil mit heimeligem Dämmerlicht, Vollpension, Swimmingpool und Zimmerservice. Das grelle Licht am Ausgang von Hotel "Placenta Palace" war der erste Schock; der zweite ein Schlag auf meinen runzligen Hintern. Den Umzug in eine völlig andere Gegend hatte ich mir anders vorgestellt!
Damals war ich bedeutend kleiner als heute und ich hatte keine Haare; gottseidank sind mir bald welche gewachsen. Sonst hätte ich heute nichts, was ich mir raufen könnte. Die ersten Worte, die ich sprechen konnte, entziehen sich meiner Erinnerung, höchstwahrscheinlich waren es folgende: "Habe Hunger", "Habe Durst" und "Was ist das?".

Bereits in sehr jungen Jahren entdeckte ich einen Humor, der Torten im Gesicht wenig abgewinnen konnte, aber um so mehr der hintergründigen Betrachtung dessen, was "normal" ist. Dabei ergaben sich mehr Fragen als Antworten, vor allem beim automatisierten Gebrauch von Floskeln. Mir ist bis heute nicht klar, warum mich Leute im Angesicht meiner frisch geschorenen Kopfbehaarung immer fragen "Warst Du beim Friseur?"